Ohne gesunde Gewässer keine gesunden Fische

Murrhardt (eke) Der feine, charakteristische Duft von frisch in Buchensägemehl geräucherten Regenbogenforellen lockte wieder eine große Schar von Fischfeinschmeckern zum zweitägigen Fischerfest des Angelsportvereins Murrhardt auf der Stadthallenterrasse. Es findet bereits seit 35 Jahren statt und begann heuer erstmals schon am späten Samstagvormittag.

Hauptattraktion und besondere Spezialität des Fischerfestes sind die delikaten Regenbogenforellen. Die Mitglieder des Angelsportvereins haben die gesunden Süßwasserfische jedoch nicht selbst gefangen, sondern von einem Züchter aus dem Schwarzwald bezogen. Auch heuer habe man davon wieder rund 1000 Prachtexemplare verkauft, berichtet Klaus Haiplik, Vorsitzender des Angelsportvereins. Während des Fischerfestes bewirteten 40 fleißige Helfer die Besucher mit den köstlichen Räucherforellen, aber auch verschiedenen anderen deftigen Speisen sowie einer großen Auswahl an feinen selbstgebackenen Kuchen und Torten zum Kaffee am Sonntagnachmittag. Und für fröhliche Stimmung sorgte das Duo Rudi und Armin mit bekannten und beliebten Melodien.

Wichtigste Aktivitäten des Angelsportvereins, der im vergangenen Jahr sein 40-jähriges Bestehen feierte, sind der Umwelt- und Gewässerschutz sowie das Angeln. Denn beides gehört für die 90 Mitglieder, davon 14 Jugendliche, untrennbar zusammen: „Ohne gesunde Gewässer keine gesunden Fische“, betont Klaus Haiplik. So ist der Angelsportverein seit seiner Gründung Mitglied im Verband für Gewässerschutz, und seine Mitglieder sind nicht nur passionierte Angler, sondern auch besonders engagierte Umwelt- und Gewässerschützer. Sie säubern ihre gepachteten Gewässer jährlich mit großen Putzaktionen im Herbst, wenn die Fortpflanzungszyklen in der Natur beendet sind. Das ist zuerst die Murr von der Quelle bei Vorderwestermurr bis zur Murrhardter Markungsgrenze bei Schleißweiler.

Die Wasserqualität der Murr habe sich in den vergangenen Jahren immer weiter verbessert, freut sich Klaus Haiplik: „Heute kommen darin Bachforellen, Mühlkoppen, vereinzelt Döbel und sogar die vom Aussterben bedrohten Bachneunaugen vor. Deren Hochzeitstanz, ein ganz seltenes Naturschauspiel, wurde vor kurzem von einer Anwohnerin der Murr in Hausen beobachtet“. Dazu kommen zwei mitten in der Natur gelegene Seen: Der Walkweiher bei Dinkelsbühl und der Völkerweiher bei Crailsheim. Durch den Besatz mit neuen Jungfischen aus überwachten Fischzuchtbetrieben sorgen die Aktiven des Angelsportvereins auch dafür, dass sich darin stets genügend Fische tummeln können.

Und sie gehen auch gegen gefährliche Raubfische vor: „Hannes Häbich von der Jugendgruppe hat neulich einen riesigen, 1,53 Meter langen und 24 Kilogramm schweren Wels aus dem Völkerweiher gefangen. Wir wissen nicht, wie er dort hinein gelangt ist: Vielleicht ist er aus einem benachbarten Gewässer gekommen – oder jemand hat ihn ausgesetzt, da direkt am Weiher eine Straße vorbeiführt“, erzählt Haiplik. Außerdem führen die Mitglieder des Angelsportvereins die Gewässeraufsicht: Sie kontrollieren die Ufer ihrer gepachteten Gewässer genau, damit dort niemand heimlich schwarz angelt. „Nur wer den Angelschein hat und Mitglied im Angelsportverein ist, darf die Fische anbeißen lassen“, stellt der Vorsitzende klar.

Wasserqualität der Murr hat sich deutlich verbessert.